Wie sicher sind Kreuzfahrtschiffe?

Am 13. Januar 2012 rammte das italienische Kreuzfahrtschiff Costa Concordia einen Felsen vor der toskanischen Insel Giglio im Mittelmeer, schlug leck und liegt seitdem noch immer unbeweglich, fast im 90-Grad-Winkel auf Grund – bis heute. Damals kamen 32 Passagiere ums Leben, weitere 4.200 wurden in einer Nacht- und Nebelaktion gerettet. Inzwischen wird auf Hochtouren daran gearbeitet, den Meeresriesen zu bergen, bislang jedoch ohne Erfolg.

Spätestens seit der Katastrophe fragen sich viele Urlauber, wie sicher Kreuzfahrtschiffe eigentlich sind, immerhin hat die Costa Concordia eindeutig bewiesen, dass immer etwas schief gehen kann – wobei in diesem Fall der leichtsinnige Kapitän Schuld an dem Unfall war, nachdem er mit dem schwimmenden Hotel viel zu nah an die Insel herangefahren ist. Wir sind den wichtigsten Fragen auf den Grund gegangen.

Wie sicher sind Kreuzfahrtschiffe?

(c) Hemera/Thinkstock

Welche Sicherheitsvorkehrungen werden getroffen?

Jedes Jahr stechen bis zu 14 Millionen Touristen mit einem Kreuzfahrtschiff in See, darunter auch viele deutsche Urlauber. Obwohl die Meeresriesen immer beliebter werden, sind seit der Havarie der Costa Concordia viele Passagiere verunsichert, was ihre eigene Sicherheit angeht. Diesen sei gesagt, dass sich die Mitglieder der internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO auf das Internationale Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (SOLAS) verständigt haben. Diese Konvention beinhaltet zwölf Kapitel, in der die Voraussetzungen aufgelistet sind, die Schiffe hinsichtlich ihrer Bauweise, Ausrüstung, den Betrieb und ihre Sicherheit in jedem Fall zu erfüllen haben. Um sicherzustellen, dass diese Vorschriften auch eingehalten werden, gibt es nationale Behörden. Mehr dazu im folgenden Absatz.

Wer kümmert sich um die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen?

Die Dienststelle Schiffssicherheit der Berufsgenossenschaft Verkehr in Hamburg überwacht in Deutschland die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen der SOLAS-Konvention. In Italien hingegen ist das in Genua ansässige Tochterunternehmen des amerikanischen Konzerns Carnival Cruises, das Registro Italiano Navale (RINA), unter anderem für die italienischen Reederei Costa Crociere zuständig, zu der auch das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia gehört. Diese kümmert sich um die Einhaltung der Voraussetzungen, was daran zu erkennen ist, dass der Koloss im Mittelmeer nicht aufgrund eines mechanischen Fehlers kollidiert ist, sondern aufgrund menschlichen Versagens.

17.07.2012 - Autor: Timm - Thema: Allgemein, Urlaubsart